Was glauben Mennoniten? Wie leben sie? Woran orientieren sie sich? Das    sind    interessante    Fragen,    die    aber    nicht    ohne    weiteres    zu    beantworten    sind,    wenn    man    die    weltweite    Gemeinschaft    der Mennoniten   in   den   Blick   nimmt.   Innerhalb   der   letzten   Jahrzehnte   ist   sie   nämlich   stark   gewachsen.   Das   hat   vieles   verändert,   aber   in welcher Weise? Wo kommen die Mennoniten her? Die   Mennoniten   sind   die   älteste   reformatorische   Freikirche,   entstanden   in   der   Schweiz   um   1523.   Der   Name   „Mennoniten“   kommt von   Menno   Simons (1496-1561),   der    1536    sein   Amt   als   katholischer   Priester   aufgab,   sich   den   Täufern   anschloss   und   bald   ein Leitender   der   Täuferbewegung   im   niederländisch-deutschen   Raum   wurde.   Auf   ihn   war   von   Kaiser   Karl   V.   ein   Kopfgeldausgesetzt und    er    floh    nach    Emden,    wo    Gräfin    Anna    Glaubensfreiheit    gewährte.    In    den    Niederlanden    heißen    die    Täufer    aber    immer „Doopsgezinde“ (Taufgesinnte) Wie viele Mennoniten gibt es? Es gibt z.Zt. weltweit etwa 1,7 Million Mennoniten. In Deutschland existieren gegenwärtig etwa 130 selbständige Gemeinden. Was charakterisiert die Mennoniten? Alle   Gemeinden   sind   in   Lehre   und   Lebensgestaltung   autonom.   Das   Priestertum   aller   Gläubigen   wird   verstanden   im   Sinne   des paulinischen   Gemeindeverständnisses,   jeder   diene   mit   seinen   Gaben.   Maßstab   für   die   persönliche   Verantwortung   ist   die   Bibel,   vor allem die Bergpredigt. Ihre Glaubensüberzeugung und ihr Handeln im Alltag sollen einander nicht widersprechen. Die   mennonitischen   Gemeinden   haben   keine   strukturelle   Hierarchie.   Generell   ist   die   Gemeindeversammlung   das   entscheidende Gremium. Alle Glieder sind zum Mitdenken, Mitarbeiten und Mitentscheiden eingeladen. Mennoniten   kennen   keine   Dogmen,   sie   wollen   sich   vorrangig   im   Praktizieren   des   Christseins   üben.   Ein   festes   Glaubensbekenntnis gibt es nicht. „Typisch mennonitisch“ Stichwort Taufe : Anstelle der Kindertaufe wird die Bekenntnistaufe praktiziert: Sie setzt die persönliche Entscheidung voraus. Stichwort   Friedenszeugnis :   Mennoniten   wurden   früher   unerbittlich   verfolgt,   da   sie   stets   überzeugte   Pazifisten   waren.   Durch   diese Vertreibungen sind die Mennoniten in ca. 200 Ländern verbreitet. Das   mennonitische Verständnis   der   Nachfolge   ist   eng   verknüpft   mit   der   Friedensarbeit.   Die Vision   einer   versöhnten Welt   verweist   auf die Suche nach Wegen, die zu Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung führen. Stichwort   Eid:    Die   Ablehnung   des   Eides   wird   verstanden   aus   der   Aufforderung   Jesu   an   seine   Jünger   in   Mt.   5,37   „eure   Rede   sei   ja, ja;   nein,   nein. Alles   andere   stammt   vom   Bösen“.   Niemand   soll   Gott   als   Zeugen   in Anspruch   nehmen,   noch   sich   auf   ihn   berufen,   um die   eigenen   Geschäfte   zu   rechtfertigen   (Ex   20,7;   Dtn   5,4).   Niemand   kann   über   seine   Zukunft   verfügen,   da   diese   in   Gottes   Hand   liegt (Mt 5,36)

Glauben

Was glauben Mennoniten? Wie leben sie? Woran orientieren sie sich? Wo kommen die Mennoniten her? Wie viele Mennoniten gibt es? Was charakterisiert die Mennoniten? “typisch mennonitisch”